Erfolgreiche Paede-Ausstellung

Paul Paede Ausstellung in Schondorf

Die Ausstellung „Paul Paede – Ein deutscher Impressionist“ in Schondorf übertraf alle Erwartungen. Über 1300 Besucher kamen ins Studio Rose um diesen heute leider viel zu wenig bekannten Maler zu entdecken. Wir wollen uns nicht selbst auf die Schulter klopfen, aber als Schondorfer Kreis hatten wir durchaus unseren Anteil am Gelingen. Unsere Mitglieder leisteten insgesamt 137 Stunden freiwilligen Aufsichtsdienst während der dreiwöchigen Ausstellung und halfen mit, Leben und Werk des Künstlers den Interessierten näherzubringen.

Kuratorin Silvia Dobler

Die Paede-Enkelinnen Angelika Teichmann (links) und Henrike Paede (rechts) umrahmen Bürgermeister Alexander Herrmann, Kuratorin Dr. Silvia Dobler und Dr. Jörg Dauer vom Museum Wiesbaden.

Paul Paede in Schondorf

Die Ausstellung war von der Gemeinde Schondorf veranstaltet worden, weil Paede eine besondere Beziehung zum Ammersee hat. Über viele Jahre verbrachte er mit seiner Familie die Sommermonate in Schondorf. Die Paedes logierten in einem Haus am heutigen Badeplatz der Gemeinde, das leider später abgerissen wurde.

Im Auftrag der Gemeinde organisierte die Kunsthistorikerin Dr. Silvia Dobler die Ausstellung. Dafür konnte sie Leihgaben von Sammlern aus ganz Deutschland, aus Österreich und sogar aus Übersee auftreiben. Daraus entstand eine umfassende Darstellung des Werks von Paede, wie sie so wohl nie wieder zu sehen sein wird. Eine Ausstellung, die zeigte, dass Paede eben nicht nur ein erfolgreicher Maler von Aktbildern war.

Nicht nur Nackte

Dr. Jörg Daur vom Hessischen Landesmuseum in Wiesbaden schärfte bei der Vernissage den Blick für die Bilder von Paede. Er machte deutlich, dass es sich hier um mehr als einen hochtalentierten Aktmaler handelt. In vielen seiner Bilder ist er verblüffend modern. Da gibt es beispielsweise im Licht flirrendes Blätterwerk in schönster impressionistischer Manier. Vor diesen fast schon abstrakten Hintergrund hat Paede dann aber doch noch einen Frauenakt gesetzt. Vielleicht um dem Geschmack seiner Käufer entgegen zu kommen, wie Dr. Daur mutmaßte.

Paul Paede Ausstellung Studio RoseAuch in vielen der Studien und Skizzen vom Ammersee bewegt sich Paede bereits an der Grenze zur freien Malerei. Seine Kunden waren für solche Abstraktionen aber anscheinend noch nicht bereit.

Dr. Dobler hatte nicht nur als Kuratorin maßgeblichen Anteil am Erfolg, sondern auch als geduldige Kunstvermittlerin.  Sie erklärte die Besonderheiten von Paedes Malerei in Dutzenden Führungen, von Kindergartenkindern bis zu Seniorengruppen.

Am Rande der Ausstellung kam es dann immer wieder zu netten Begebenheiten. Beispielsweise erkannte eine Besucherin auf einem der Bilder spontan ihre Großmutter wieder. Ein Kunstfreund entdeckte den Maler im Studio Rose zum ersten Mal und war so begeistert, dass er am nächsten Tag zwei Bilder von Paede bei einem Kunsthändler kaufte.

Musik mit Henrike Paede

Henrike Paede, Enkelin des Malers

Stephanie Knauer, Marie Schmalhofer und Henrike Paede

An zwei Abenden sorgte die Sängerin Henrike Paede, eine Enkelin des Malers, für eine passende musikalische Umrahmung. Zusammen mit der Pianistin Stephanie Knauer und der Sopranistin Marie Schmalhofer präsentierte sie Lieder der Romantik. Wie die Bilder Paede’s waren die Lieder beschwingt und leicht, aber trotzdem von beachtlichem Tiefgang.