Inspiriert von fremden Kulturen

Peter Grochol im Studio Rose

Vom 13. bis 23. Juli waren im Studio Rose Plastiken und Bilder von Angelika Paschmann und Peter Grochol zu sehen. In seiner Einführung erläuterte der Kunsthistoriker Wilhelm Rasshofer die Herangehensweise der beiden Künstler. Beide kopieren nicht einfach exotische Elemente, sondern begegnen fremden Kulturen auf Augenhöhe. Sie lassen sich inspirieren und formen die Eindrücke zu etwas Neuem.

Arabische Töne und Farben

Der Komponisten und Maler Peter Grochol entdeckte über Andalusien seine Faszination für die arabische Kultur. Die Klänge und Rythmen, die er auf seinen Reisen nach Südspanien und Nordafrika hörte, ließen ihn nicht mehr los. Statt aber einfach Al-Maalûf oder Berbermusik nachzuspielen, begann er mit diesem Material zu arbeiten. Er gründete die Band „Djanna“, die eine eigenständige Mischung aus Ethnomusik, Klassik und Jazz produziert.

Peter Grochol und Gitta Gritzmann

Einen ebenso starken Einfluß hatte das Licht und die Farben Nordafrikas auf den Maler Grochol. Auch hier entstehen nicht einfach stimmungsvolle Wüstenbilder, sondern subtile Kompositionen. Die Bilder wirken auf den ersten Blick abstrakt. Erst nach genauerem Hinschauen entdeckt man die Formen von Bergen, Häusern oder Schriftzeichen.

Wie vielfältig diese Wechselwirkung sein kann, zeigte sich am Eröffnungsabend. Peter Grochol spielte eine Eigenkomposition am Klavier, in der er arabische Melodien verarbeitet. Die eigene Musik verarbeitete er später zu einem Bild, das die Formen und Farben des marokkanischen Atlasgebirges aufgreift. Dieses Bild sah die Schriftstellerin Gitta Gritzmann bei einer Ausstellung in Wien. Sie selbst wurde dadurch zu zwei Gedichten inspiriert, die sie bei der Vernissage im Studio Rose vortrug.

Vom fernen Osten bis Afrika

Die Keramikkünstlerin Angelika Paschmann lässt sich ebenfalls gerne von der Kunst fremderLänder anregen. Besonders angetan hat es ihr die japanische Brenntechnik des Raku. Dabei werden die noch glühenden Tonskulpturen aus dem Ofen in einen Behälter mit Laub oder Stroh gelegt, und luftdicht verschlossen. Die Glasur reißt beim Abkühlen teilweise auf, Rauch dringt ein und lagert sich im Ton ab. Diese Vorgänge lassen sich von außen nicht genau steuern, so dass das Endergebnis auch für die Künstlerin jedesmal eine Überraschung ist.

Angelika Paschmann im Studio Rose

Angelika Paschmann mit einer von den Yoruba inspirierten Skulptur

Bei der Ausstellung im Studio Rose zeigte Angelika Paschmann auch Arbeiten, die von den Skulpturen der afrikanischen Yoruba inspiriert sind. Teilweise kombiniert sie dabei Keramik mit vorgefundenen Holzteilen. Auch hier entsteht aus der Begegnung zweier Kulturen etwas Neues, nämlich Fabelwesen, die einem exotisch und gleichzeitig vertraut erscheinen. Dabei zeigt Paschmann, dass man als ernsthafte Künstlerin durchaus nicht humorlos sein muss. Eine Frauenfigur mit zotteligem Rinderkopf trägt den Titel „Conchita Bull“.