Wiederbegegnung mit Kurt Hammer

Dorothee Mayer-Tasch vor einem der Bilder von Vater und Tochter Hammer

Der Maler Kurt Hammer war dem Schondorfer Kreis zeitlebens eng verbunden. Oft gestaltete er Plakate für Veranstaltungen des Vereins und wurde dafür mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Eine Ausstellung in der Landsberger Zederpassage gab jetzt die Gelegenheit zu einer Wiederbegegnung.

Ein Zwiegespräch

In Schondorf ist der Name Hammer vielen durch die Glasfabrik bekannt, die bis in die 1970er-Jahre zu den größten Arbeitgebern im Ort zählte. Firmenchef Kurt Hammer war aber nicht nur ein erfolgreicher Geschäftsmann, sondern auch mit Herz und Seele Künstler. Er hatte unter Künstlern und Sammlern einen ausgezeichneten Ruf und hinterließ dank seiner Produktivität ein umfangreiches Oeuvre.

Die Malerin Sibylle Hammer im künstlerischen Dialog mit ihrem Vater Kurt
Bild von Kurt Hammer und seiner Tochter Sibylle

Anlässlich von Hammers hundertstem Geburtstag widmete der Galerieverein Landsberg dem Maler eine Ausstellung in der Zedergalerie. Das Besondere daran ist, dass die Schau als künstlerisches Zwiegespräch mit Hammers Tochter Sibylle konzipiert ist.

Der Schondorfer Kreis nutzte die Lange Kunstnacht am 19. September zu einem Ausflug nach Landsberg. Dabei hatten wir erfreulicherweise auch die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Sibylle Hammer.

Vater und Tochter

Sibylle Hammer erinnert sich, dass sie sich schon von Kindesbeinen an mit allen künstlerischen und gestalterischen Möglichkeiten und Medien beschäftigte. Das verdankte sie ihrem Vater, aber auch seinen vielen Maler-Freunde, die regelmäßig zu Gast waren. Das habe ihren Blick auf die Welt schon früh beeinflusst und geprägt.

Vertreter des Schondorfer Kreis im Gespräch mit der Malerin Sibylle Hammer
Dorothee Mayer-Tasch (links) zusammen mit Sibylle Hammer und Prof. P. C. Mayer-Tasch

Heute ist die ausgebildete Grafik-Designerin eine Pendlerin zwischen den Welten. Die Begeisterung für gute Typographie und gelungene Illustrationen ist ihr genauso wichtig, wie die Liebe zur freien Malerei.

Ein Erbe, das weiterwirkt

Kurt Hammer war der Prozess des künstlerischen Schaffens wichtiger als das fertige Werk. Oft hat er mehrere Bilder gleichzeitig begonnen und daran gearbeitet. Sibylle Hammer erinnert sich, dass ihr Vater sagte: „Schatz, du musst mal alle meine angefangen Blätter fertig malen.“

Die Malerin Sibylle Hammer im künstlerischen Zwiegespräch mit Bildern ihres Vaters Kurt Hammer
Von Sibylle Hammer überarbeitetes Bild

Das Ansinnen habe sie entschieden abgelehnt, weil sie natütlich ihren eigenen künstlerischen Weg gehen wollte. Jetzt, zum hundertsten Geburtstag ihres Vaters, hat sich Sibylle Hammer an diesen Satz erinnert. Sie hat nun doch einige seiner angefangenen Blätter ausgesucht und „fertig gemalt“.

In diesem Schaffensprozess ist ein illustriertes Zwiegespräch entstanden, eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den Werken von Vater und Tochter.

Für uns war die Ausstellung in der Zedergalerie eine Wiederbegegnung mit dem Werk unseres Ehrenmitglieds. Besonders gefreut hat uns dabei, dass Kurt Hammers künstlerisches Erbe auch heute noch weiterwirkt.

Die Ausstellung in der Landsberger Zedergalerie ist noch bis 2. Oktober 2026 zu sehen.

Sibylle Hammer: https://sibylle-hammer.de/